Pietätlosigkeiten der Anderen – Ein Kommentar zum Menschen Jörg Haider
13. Oktober 2008 von Eric
Täglich passieren tragische Unfälle auf Österreichs Straßen, von vielen oder den meisten erhält man jedoch nur beiläufig Kenntnis. Wenn dieses Schicksal natürlich eine Person des öffentlichen Lebens, welche zudem stark sozial tätig war, ereilt, nimmt man davon zwangsläufig verstärkt Notiz. Dies war bei Jörg Haider zweifellos der Fall.
Gerade Verkehrsunfälle treffen Angehörige besonders hart, scheidet der Mensch doch derart unerwartet aus dem Leben, ja, wird quasi sogar aus dem Leben gerissen. Aus meinem Bekanntenkreis weiß ich wie tief der Schock vorallem bei den Hinterbliebenen gerade in solchen Fällen sitzt. Umso pietätloser finde ich die nun lautwerdenden Stimmen von Martin Prinz, Vertretern der AntiFa oder Hans Rauscher. Vom “Easy Haider der rechts überholt” über “den zerstörerischen Politiker Haider” bis hin zum Kommentar von Prinz der “den Fernseher ob des emotionalen Ausbruchs von Stefan Petzner abdrehen musste” wurde das gesamte hetzerische Repertoire ausgepackt. Bevor der Standard dazu überging die Kommentarfunktion zu sperren, gab es auch hier, unter dem Deckmantel der Anonymität, zahlreiche niveaulose Beiträge zu vermerken.
Weder bin ich Kärntner, noch war ich jüngst Wähler seiner Partei, dennoch gehört es, zumindest für mich, zum Anstand und zum guten Ton sich über einen kürzlich Verstorbenen nicht negativ zu äußern, ganz gleich wie man zu seinen Handlungen stand. Dass dies manche Leute nicht so sehen, machen die Eingangs erwähnten Artikel nur allzu deutlich.
Ich frage mich wie weit es mit Österreich gekommen ist, wenn man aufgrund von neutralen Äußerungen anderer Parteien diesen Heuchelei und Feigheit unterstellt, wenn man ob des kürzlichen Todes eines Menschen die politische Bühne nicht für eine Weile zur Seite schieben kann. Stattdessen wird selbst hier versucht dem Leser einen politischen Standpunkt aufzudrücken. Man versäumt es nicht einmal unter die
sen Umständen unterschwellig verborgene Schadenfreude zu transportieren.
Man mag zum verstorbenen Landeshauptmann gestanden sein wie man will, Fakt ist dass er für viele Menschen, inner- und außerhalb von Kärnten jemand war der hinter ihnen gestanden ist, der ihre Interessen vertreten hat, der sich anstatt distanziert, volksnah gab.

Diese Gefühle verletzt man nicht durch plumpe Satire oder niveaulose Kommentare. Man sollte auch nicht versuchen diese Gefühle krampfhaft analysieren zu wollen, dafür braucht es keine Studien.
Es genügt ein Wort um die Popularität Jörg Haiders zu erklären – Menschlichkeit.
Links zu diesem Thema:
Jörg Haider 1950 – 2008 : Tod nach Verkehrsunfall (und ein etwas anderer Nachruf)

Ein wahnsinns artikel. mir kommen schon wieder die tränen wenn ich daran denke!!!
Vielen Dank