Hitlergruß in der Straßenbahn – Ein Kommentar
29. Oktober 2008 von Eric

Einige von euch haben es sicher mitbekommen – ein Bediensteter der Wiener Linien hat bei der letzten prestigeträchtigen Fahrt einer Straßenbahnlinie öffentlich und vor allen Leuten den Hitlergruß ausgesprochen.
Zugegeben: Besonders schlau ist das natürlich nicht. Der Mann macht auf mich jedoch nicht den Eindruck als wäre er stiller Anhänger des Nationalsozialismus. Vermutlich hatte er sich nichts dabei gedacht, vielleicht war er aber auch ob der Peinlichkeiten die sich die Medien derzeit zum Falle Haider leisten erzürnt und wollte etwas dass man als “Ausgleichende Gerechtigkeit” bezeichnen könnte, herbeiführen.
Gar nicht amüsiert ob dieses Verhaltens echauffierte sich jedoch ein älterer Herr, welcher mit einem forschen “Dienstnummer her!” den Bediensteten maßregelte. Eine Entschuldigung wurde offenbar nicht akzeptiert, vielmehr reichte eben jener erwähnte Herr wohl Beschwerde bei den Wiener Linien ein, was für den Bediensteten die Entlassung zur unvermeidlichen Konsequenz machte. Auch verständlich, schließlich ist sowas ganz und gar nicht zuträglich für das öffentliche Image.
Bei allem Respekt vor den Opfern des Nationalsozialismus halte ich die Reaktion des älteren Herrn dennoch für etwas überzogen. Während ich es verstehe dass man, wenn man diese Zeit miterleben musste, einen anderen Bezug zur Situation hat, frage ich mich doch ob man gleich die komplette Existenz eines Mitmenschen des eigenenen Stolzes wegen ruinieren muss. Hier kann man natürlich geteilter Meinung sein.
Foto: ORF

Ich gebe Dir Recht, die Reaktion des älteren Herrn mag vielleicht übertrieben sein, wer aber in der heutigen Zeit mit so wenig Grips in der Birne in der Straßenbahn als Bahnangestellter einen solchen Fauxpas begeht, der darf sich einfach nicht über entsprechende Konsequenzen wundern.
P.S. Schöner Blog übrigens, bist gleich mal in meinen Feedreader gerutscht
Sicher darf er sich nicht drüber wundern. Letzten Endes wurde ja auch der parteiliche Druck wie zB jener der Grünen so groß dass die Entlassung einfach die einzige Möglichkeit war um einen weiteren Imageschaden abzuwenden.
Ich denk ja dass er sich eventuell ohnedies von den Wiener Linien trennen, und ihnen noch einen Imageschaden mitgeben wollte. Das ist aber rein spekulativ, und besonders schlau wärs auch in dem Fall sicher nicht eine Entlassung zu provozieren.
Freut mich dass dir der Blog gefällt.