Tombrandt Threep… ähm Driftwood – Adventure Tipp für Nostalgiker
11. April 2009 von Eric
Viele ehemaligen Adventure Spieler der älteren Generation erinnern sich mit etwas Wehmut an Monkey Island 1 und 2, Day Of The Tentacle oder an Sam & Max. Während Letzteres zwar von Telltale neu aufgelegt wurde, lässt diese Neuauflage doch allein schon dadurch, dass man die selbstgezeichneten Pixelgrafiken durch sterile 3D Modelle ersetzt hat, vieles am Charme der alten Spiele vermissen.

Es ist zu begrüßen dass es noch Entwickler gibt die sich hinsetzen und es wagen ein Adventure mit eben diesen aufwändig handgezeichneten Grafiken zu erstellen und zu verkaufen. Die finnischen Entwickler BugFactory haben mit ihrem Spiel Tales Of Bingwood genau das gemacht, und wohl tausenden Adventurefans der alten Tage damit Tränen in die Augen getrieben. Anstatt sich des populären Adventure Game Studios zu bedienen, erhielt “Tales Of Bingwood” eine eigene, von Grund auf selbstgeschriebene Engine. Zur Vertonung der zahlreichen Dialoge wurden professionelle Sprecher engagiert, deren Arbeit sich durchaus hören lassen kann.
“Tales Of Bingwood” wird in Episodenform veröffentlicht und enthält zahlreiche Anspielungen auf die berühmte Monkey Island Serie. Fast das gesamte Spiel ist eine Hommage an Monkey Island, so sind auch teilweise Puzzles und die Musik stark an den alten Lucas Arts Klassiker angelehnt. Hier wurde schamlos abgekupfert, aber im Endergebnis doch etwas Neues erschaffen.

Im Spiel steuert ihr Tombrandt Driftwood, den Sohn eines Fischers, der plötzlich den Auftrag bekommt die Prinzessin vor dem bösen Magier zu retten und der sich auf dem Weg dorthin durch eine Vielzahl von Puzzles rätseln muss. Das hört sich auf den ersten Blick zwar sehr plump, stereotyp und langweilig an, bietet jedoch die ideale Fantasy-Rahmenhandlung für zahlreiche Nebenaufgaben. Ob nun die defekte Mühle einen neuen Mühlstein benötigt, Piraten aus dem Gasthaus an der Ecke vertrieben werden wollen, oder die Zeche beim Koch des Königs eingetrieben werden will, langweilig wird es schon in der ersten Episode nicht.
Auf der Homepage von Bugfactory wird eine Demoversion angeboten. Kritisieren muss man allerdings dass diese Demoversion zu sehr im Funktionsumfang beschnitten ist, so lässt sich beispielsweise der Spielstand nicht abspeichern und man kann manche Orte einfach nicht betreten. Alternativ kann man auch die zeitbeschränkte Version von Playfirst laden, hier ist zumindest von Anfang an alles freigeschalten.
Wer sich, so wie ich, gern nostalgischen Gefühlen hingibt, kann mit diesem Spiel nun wirklich nichts verkehrt machen. Der Preis von 7,95 Euro für die erste Episode ist auch moderat, somit steht dem Rätseln, Englischkenntnisse vorausgesetzt, nichts im Wege.
Um noch ein Zitat meiner Großeltern zu strapazieren: “Früher war halt doch Manches besser”. Oder?
