Ersteindruck: Machinarium Demo
13. Oktober 2009 von Eric
Vor einiger Zeit habe ich bereits einen kurzen Artikel über Machinarium verfasst. Seit Kurzem liegt nun endlich eine spielbare Demoversion vor. In folgendem Kurzüberblick möchte ich über meine ersten Eindrücke des Kleinods der Samorost Programmierer berichten.
Mit gerade mal 31.7 Megabyte ist der Download des völlig in Flash programmierten Spiels denkbar klein, also nichts wie ab damit auf die heimische Festplatte. Dort angekommen, installiert und gestartet, bietet sich bereits der erste surreale Anblick von Machinarium in Form von düsteren Wolken, einer tristen von Kratern umvölkerten Stadt, sowie fliegenden Roboterhäuptern die ihre Bahnen durch die Lüfte dieser so fremd anmutenden Welt ziehen. Ein Klick auf “Play New Game” leitet die Anfangssequenz ein, wir werden Zeuge eines von der Stadt emporsteigenden Schrottgleiters, welcher unseren Protagonisten, den kleinen Roboter Josef, äußerst unsanft und in seine Einzelteile zerlegt auf dem lokalen Schrottplatz deportiert.
Ein erster Überblick
Ein Tutorial verrät uns die ersten Schritte in dieser neuen befremdlichen Welt. Zunächst gilt es Josef wieder zusammensetzen, was letzten Endes durch die Hilfe einer Robotermaus und
die Kombination zweier Gegenstände gelingt. Übrigens bekommt man hier schon die erste der so neuartigen Dialogsequenzen zu sehen. Amanita Design setzt weder Sprache noch geschriebenen Dialog ein um die Geschichte zu transportieren, was zum Einen sicherlich eine Kosten- zum Anderen aber auch eine Designentscheidung darstellt. Stattdessen werden Dialogblasen mit Sketchzeichnungen gezeigt, die im ersten Bildschirm die Wünsche Josefs seinen Fuß zurückzuerhalten zum Einen, und die Gegenforderung der Robotermaus nach einem Gegenstand zum Anderen darstellen. Haben wir Josef wieder an einem Stück vor uns, gilt es einen Weg in die Stadt, und somit an der Wache vorbei, zu finden.
In der Demo kann man sich durch die ersten drei Bildschirme rätseln. In dieser Anfangsphase ist das Spiel noch relativ simpel, es gibt jedoch einige Hürden die ein stupides Anklicken an jeder erdenklichen Stelle des Bildschirms verhindern. Zum Ersten kann Josef nur Objekte benutzen oder nehmen, wenn er sich vor ihnen befindet. Zum Zweiten muss er sich, um einige Objekte zu erreichen, in die Länge strecken, oder zusammenstauchen. Die Szenerie muss also genau beobachtet und der nächste Schritt durchgeplant werden. Hängt der Spieler wirklich an einer Stelle fest, kann er auf ein in das Spiel integriertes Lösungsbuch zurückgreifen. Um dieses einzusehen, muss allerdings ein kleines Minispiel in der Machart eines der altbekannten Sidescroller (Hallo Amiga) gelöst werden. Nicht weiter schwierig, aber doch eine kleine Hürde, die einen exzessiven Gebrauch der Hilfefunktion ausschließen soll. Das Lösungsbuch bietet Einblick in Sketchzeichnungen der Programmierer, und zeigt die einzelnen Handlungen die Josef zur Lösung des vorliegenden Bildschirms durchführen muss. Die ohnedies bereits vorhandenen Sketchzeichnungen für die Hinweisfunktion zu verwenden empfinde ich als gelungene Entscheidung, die nicht zuletzt das illusorische Gesamtbild des Spiels wahrt. Zu begrüßen wäre es natürlich wenn die Entwickler dieses Lösungsbuch der Ladenversion beilegen würden.
Fazit
Wenn man nach dieser doch relativ kurzen Demo eines sagen kann, dann dass ich meine Vorbestellung auf keinen Fall bereut habe. Ich mag den eigenwilligen Stil, die triste Szenerie, sowie die zur Kulisse passende Musikuntermalung. Es gibt aber doch einige Sachen die mich gestört haben, und die in der Vollversion behoben werden sollten. So hat man bei einer Bildschirmauflösung von 1680×1050 Bildpunkten leider kein echtes Vollbild. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Speicherfunktion, welche zwar den aktuellen Bildschirm, nicht aber den Fortschritt innerhalb des Bildschirms festhält. Man muss also nach laden eines Slots wieder ganz am Beginn des Bildschirms anfangen.
Abgesehen von diesen Unzulänglichkeiten bin ich mir sicher dass Machinarium, das ja schon am 16. Oktober als Downloadversion erscheint, ein Fest für jeden Adventurespieler werden wird. Mit Samorost konnte ich ja so gar nichts anfangen, Machinarium allerdings spricht mich da schon eher an.
Die Demo kann für Windows und den Mac heruntergeladen werden. Ich freu mich jedenfalls schon darauf wenn der Link zur Vollversion in meinem Posteingang eintrudelt.
httpv://www.youtube.com/watch?v=ltAohRhP1Oc

lol